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Osteoporose

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Stabile oder labile Knochen?

Was bedeutet Knochenschwund?

Knochenschwund, griechisch Osteoporose, bedeutet eine übersteigerte, über das normale Maß hinausgehende, Abnahme der Knochenmasse. Gleichzeitig verschlechtert sich die „Innenarchitektur“ des Knochengewebes, sie wird porös und damit brüchig. Knochenbrüche an verschiedenen Körperstellen sind die Folge.

Wer ist von Knochenschwund betroffen?

Knochenschwund tritt in erster Linie bei älteren Menschen auf. Als Folge der gestiegenen Lebenserwartung ist Osteoporose (fast) zu einer Volkskrankheit geworden. Etwa 10% der Bevölkerung leidet an Osteoporose. Aber: Ganz überwiegend sind Frauen von Osteoporose betroffen! Bei etwa jeder dritten Frau im Alter ab 50 Jahren entwickelt sich Knochenschwund. Ab dem 50. Lebensjahr verdoppelt sich bei Frauen alle fünf Jahre das Risiko, infolge von Osteoporose einen Knochenbruch zu erleiden. 32 von 100 Frauen leiden bereits mit 75 Jahren unter Osteoporose.

Was sind die Ursachen von Osteoporose?

Es gibt zwei Typen von Osteoporose:

  • Typ 1: Osteoporose bei älteren Frauen

    Hauptursache ist eindeutig ein Mangel an weiblichen Hormonen, insbesondere an Östrogen.

  • Typ 2: Alters-Osteoporose bei Männern und Frauen über 70 Jahre

    Bei Frauen ist die Grundursache ebenfalls Hormonmangel, hinzukommen Mangel an Bewegung und falsche Ernährung.


Der Knochen gewinnt seine Festigkeit etwa bis zum 25. Lebensjahr. Das bedeutet, dass auch die Ernährung und die hormonelle Situation in der Jugend eine wichtige Rolle für die mögliche Entwicklung einer Osteoporose im späteren Leben spielen.

Was sind die Kennzeichen einer Osteoporose?

Knochenschwund entwickelt sich im allgemeinen über einen Zeitraum von zehn bis fünfzehn Jahren. Dann erst ist das Stadium erreicht, in dem Knochenbrüche auftreten. Die Knochenentkalkung verläuft schleichend. Das bedeutet, dass in diesem Zeitraum nur geringe Beschwerden, zum Beispiel in Form von leichten Schmerzen im Bereich der Wirbelsäule, vorhanden sein können, manchmal bestehen auch gar keine Beschwerden. Wenn sich eine massive Osteoporose entwickelt hat, kommt es zu Knochenbrüchen, vor allem im Bereich von.

  • Wirbelsäule
  • Unterarm bzw. Handgelenk
  • Oberschenkelhals


Sehr häufig sind Wirbelbrüche. Durch die Entkalkung der Knochenfüllung bricht als erstes die Vorderwand der Wirbelkörper im Bereich der oberen Brustwirbelsäule zusammen, es entstehen sogenannte Keilwirbel. Später kann es zum Zusammenbruch von Wirbelkörpern der unteren Brustwirbelsäule und der Lendenwirbelsäule kommen, es entstehen sogenannte Fischwirbel. Ein solcher Wirbelkörperbruch kann sich wie ein „Hexenschuß“ bemerkbar machen. Bei entsprechenden Beschwerden sollte deshalb unbedingt der Arzt aufgesucht werden!

Wie wird Osteoporose fest gestellt?

Die Hauptursache, den Mangel an weiblichen Hormonen, stellt die Frauenärztin/der Frauenarzt fest. Schon vor der Menopause kann sie/er durch einen Scheidenabstrich in der zweiten Zyklushälfte beispielsweise einen Mangel an Gelbkörperhormon erkennen, der ebenfalls eine Osteoporose fördern kann. Bei Verdacht auf einen raschen Verlust an Knochenmasse kann die Frauenärztin/der Frauenarzt eine spezielle Untersuchung veranlassen, die sogenannte Knochendichtemessung:

Dabei wird mit einer äußerst niedrigen Strahlendosis oder per Ultraschall die Knochendichte im Bereich der Lendenwirbelsäule und des Oberschenkelknochens oder am Fersenbein präzise bestimmt. Die Messung sollte im Abstand von etwa einem Jahr wiederholt werden, um die Entwicklung zu beobachten. Um vergleichbare Werte zu erhalten, sollte dies am gleichen Messgerät erfolgen.

Wie ist der Zusammenhang zwischen weiblichen Hormonen und Osteoporose?

Die weiblichen Hormone Östrogen und Gelbkörperhormon (Gestagen) sind mit verantwortlich für den Aufbau eines stabilen Knochengerüstes. Wenn mit etwa 50 Jahren die Regelblutungen aufhören und die Hormonproduktion versiegt ist, setzt in den darauffolgenden fünf Jahren ein verstärkter Knochenverlust ein. Dieser Verlust kann pro Jahr bis zu fünf Prozent der Knochenmasse ausmachen. Später verlangsamt sich dieser Prozess, es geht etwa ein Prozent Knochenmasse pro Jahr verloren.

Wie wirken weibliche Hormone auf den Knochen?

Östrogen und Gestagen hemmen den Knochenabbau. Bei Hormonmangel überwiegt daher der Knochenabbau. Als Folge des Östrogenmangels wird zum Beispiel weniger Wachstumshormon produziert. Auch andere Hormone, die fördernd auf den Knochenstoffwechsel wirken, werden durch den Östrogenmangel negativ beeinflusst. Dies alles führt zur unzureichenden Bildung von Eiweißbausteinen. Der Kollagengehalt im Knochen, aber auch in der Haut, sinkt deutlich ab.

Sollte Frau Hormone einnehmen?

Es gibt es für ein Hormonpräparat keine Zulassung in Deutschland als Medikament bei Osteoporose. Ein Hormonpräparat darf in Deutschland zur alleinigen Behandlung der Osteoporose nur angewendet werden, wenn eine nachgewiesene Unverträglichkeit aller anderen Präparate besteht. Frau nimmt den positiven Effekt auf die Knochen jedoch gerne im Rahmen einer Hormonersatztherapie in den Wechseljahren in Kauf. Daher richtet sich die Einnahme dieser Medikamente nach den Hormonmangelerscheinungen und nicht nach der Dichte der Knochen.

Welche Frauen sind besonders osteoporosegefährdet?

Eine große Rolle spielt die familiäre Veranlagung, das heißt, wenn Mutter oder Großmutter bereits an Knochenschwund litten. Außerdem sind die Frauen gefährdet, die zu Beginn der Wechseljahre bereits eine niedrige Knochendichte aufweisen.

Zu den Risikofaktoren dafür zählen:

  • Späte Menarche, d.h. spätes Einsetzen der ersten Regelblutung
  • Frühzeitiger Eintritt der Wechseljahre
  • Entfernung der Eierstöcke im Alter unter 45 Jahren
  • Untergewicht bzw. schlanker Körperbau
  • Fehlernährung
  • Nikotin und übermäßiger Alkoholkonsum
  • Erkrankungen oder Operationen im Magen-Darm-Bereich, Schilddrüsenüberfunktion und Dauerbehandlung mit Cortison oder auch anderen Medikamenten können sich ebenfalls ungünstig auf den Knochen auswirken.

Wie kann man einer Osteoporose vorbeugen?

Die Vorbeugung vor Osteoporose steht auf 3 Pfeilern:

Am wichtigsten ist die Vorbeugung!

Erster Pfeiler: Bewegung

Ohne regelmäßige körperliche Bewegung ist jede hormonelle oder medikamentöse Behandlung zum Scheitern verurteilt! Nur Knochen in beanspruchten Körperpartien kann wieder aufgebaut werden, so dass sich stabiler, belastbarer Knochen bildet. Die Bewegungsübungen bzw. die sportliche Betätigung sollten immer individuell auf Sie abgestimmt sein. Lassen Sie sich deshalb von ausgebildeten Therapeuten oder Trainern beraten und anleiten. Wichtig ist auch, das richtige Maß zu finden. Übermäßige körperliche Belastung bis zur Erschöpfung kann nämlich genau das Gegenteil bewirken.

Zweiter Pfeiler: Gesunde Ernährung

Wichtig in der Ernährung sind vor allem 3 Faktoren:

  • Eine ausreichende Kalzium-Versorgung

    Kalzium ist Hauptbestandteil des wichtigsten Baumaterials des Knochens. Sie sollten pro Tag 1500 mg Kalzium zu sich nehmen. Kalzium ist vor allem in Milchprodukten enthalten. 1 Liter Milch enthält bereits 1200 mg Kalzium. Hartkäse ist ebenfalls sehr kalziumreich, er sollte jedoch mager sein. Beispielsweise enthalten 100 g Gouda mit einer 30%igen Fettstufe 900 mg Kalzium, Gouda mit 50%iger Fettstufe nur 700 mg. Auch kalziumreiches Mineralwasser mit mehr als 400 mg Kalzium pro Liter ist günstig. Sehr ungünstig dagegen sind phosphathaltige Nahrungsmittel, da Phosphat die Kalziumaufnahme verhindert. Meiden Sie daher möglichst colahaltige Limonaden, Fleisch und Wurst sollten Sie nur 2 bis 3 mal pro Woche zu sich nehmen. Von Rhabarber, Spinat und Roter Bete ist wegen der darin enthaltenen Oxalsäure, die Kalzium bindet, abzuraten.

  • Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D3

    Vitamin D steigert die Kalziumaufnahme und trägt zur Stabilisierung des Knochens bei. Viel Vitamin D ist beispielsweise in Fisch enthalten. Um die Vorstufen des Vitamins zu aktivieren, ist außerdem UV-Licht, das heißt Sonnen- oder Solarienlicht, notwendig. Es sollte zusammen mit Kalzium für eine Zufuhr von 800 UI Vitamin D3 gesorgt werden.

  • Eine ausreichende Eiweißaufnahme

    Achten Sie auf eiweißreiche, fettarme Ernährung mit möglichst vielen Milchprodukten. Natürlich sollten Sie am besten nicht rauchen und den Alkoholkonsum einschränken.


Dritter Pfeiler:
„Knochen-Medikamente“

Wenn festgestellt wurde, dass eine vorbeugende Osteoporose-Behandlung sinnvoll ist oder ein bereits einsetzender Knochenschwund gestoppt werden soll, und es besteht bei Ihnen ein Hormonmangel mit Wechseljahresbeschwerden, welche behandelt werden sollen, werden wir Ihnen neben den oben genannten Vorgehensweisen zur Einnahme natürlicher weiblicher Hormone in Form einer Hormon-Ersatztherapie raten.

  1. Östrogene

    hemmen die knochenabbauenden Zellen und fördern knochenaufbauende Zellen, füllen Defekte in der Knochensubstanz mit einem kollagenen Netzwerk auf, leiten über die Bildung spezieller Hormone den Knochenaufbau wieder ein. Bei vorbeugender Einnahme kommt es erst gar nicht zum verstärkten Knochenabbau. Hat der Knochenschwund bereits eingesetzt, kann sich belastbarer Knochen wieder neu bilden.

  2. Auch das Gelbkörperhormon

    aktiviert spezielle Substanzen, die für den Knochenaufbau notwendig und wichtig sind.

Wenn fest gestellt wurde, dass eine vorbeugende Osteoporose-Behandlung sinnvoll ist oder ein bereits einsetzender Knochenschwund gestoppt werden soll, und es besteht bei Ihnen ein Hormonmangel ohne Wechseljahresbeschwerden werden wir Ihnen neben den oben genannten Vorgehensweisen entweder zur Vorbeugung zu einem Vitamin D3/Kalzium haltigen Präparat raten oder bereits ein spezielles „Knochenmedikament“ verordnen, wenn sich bereits eine fortgeschrittene Osteoporose eingestellt hat.

Gegen Osteoporose lässt sich viel tun:

Sorgen Sie selbst für ausreichende körperliche Betätigung und für die richtige Ernährung! Sprechen Sie mit uns über eine adäquate Therapie!

Copyright © 2018 Dr. med. Michael Katzschke - Ihr Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Alle Rechte vorbehalten.
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